Seven Swans & The Tiny Cup – Neue Bar des Jahres 2016

Nachdem nicht nur die Frankfurter Bar Seven Swans & The Tiny Cup selbst als Nominierte für die „Neue Bar des Jahres“ auf der Short List des Mixology Bar Awards 2016 landete, sondern auch deren Besitzer Sven Riebel als Gastgeber des Jahres nominiert war, war für uns klar – vor der Verleihung müssen wir da hin!

Lisa und ich treffen uns also am Mittwoch vor dem großen Event am Mainkai 4 und sind gespannt was uns erwartet. Von außen sieht die Bar, die sich in Frankfurts schmalstem Gebäude (mit einer Außenfassade von nur 4m Breite) befindet, aus wie ein kleine goldener Tresor. Wir treten die wenigen Stufen hinauf zum schaufensterähnlichen Eingang und klingeln. Geöffnet wird uns die Tür von einem bekannten Gesicht – da fühlt man sich doch gleich viel wohler.

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Wir treten ein und ich denke mir „ja – kleiner Tresor trifft es ganz gut“. The Tiny Cup – ein 17qm kleiner Raum, inspiriert von der japanischen Mikro-Barszene. Doch wer nun denkt, hier kommt Platzangst anstelle von Wohlfühlatmosphäre auf, liegt falsch! Getreu dem Motto „Reduced to the max!“ vollbringt das Interior Design von Hidden Fortress hier eine wahre Meisterleistung. Von außen golden, kommt die Bar im Inneren schlicht, minimalistisch aber dennoch warm daher. Eine graue Betondecke, hell- und dunkelbraune Holzwände mit Schnitzwerk (mit Schwänen) und dunkelbraunes Mobiliar lassen dem Highlight, der Bar selbst, mit ihren Flaschen, Gläsern, Karaffen und Shakern, viel Raum zum Strahlen. Es befinden sich 15 Sitzplätze im Raum – der Bar schließt sich ein mächtiger mit Leder überzogener Tresen an, der von Barhockern und gemütlichen Dive Seats umringt ist. An der gegenüberliegenden Wand befindet sich eine kleine seperate Sitzgelegenheit für jene, die lieber ein wenig unter sich sind.

Wir nehmen für einen kommunikativen Abend – denn gute Gespräche sind hier sicher – in den gemütlichen Dive Seats Platz und widmen uns der Karte. Während des Schmökerns und einer guten Unterhaltung mit den Barkeepern, passieren Gäste des Seven Swans die Bar um in das im Obergeschoss gelegene Restaurant zu gelangen. Auch die Bar selbst gewinnt weitere Besucher.

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Während Lisa sich in der ersten Runde für einen „Green Beast“ mit Absinthe, Limette, Gurke und Soda entscheidet, überredet mich meine Müdigkeit zu einem Espresso Martini. Dass die Drinks uns munden, haben wir erst gar nicht bezweifelt, viel schöner ist jedoch den Barkeepern so genau bei Ihrer Arbeit zusehen zu können in dieser intimen Atmosphäre. Man muss diese Intimität mögen – wir kommen schnell mit den anderen Gästen, die um den Tresen sitzen, ins Gespräch über Frankfurts Barszene, verschiedenste Drinks und Spirituosen, was uns zum ersten Shot des Abends bringt – einem Pickleback. Genauer gesagt besteht dieser aus zwei Shots – einem Glas Bourbon und einem Glas Gurkenwasser. Zunächst den kräftigen Geschmack des Bourbon an allen Geschmacksnerven, schafft es das Gurkenwasser diesen komplett zu neutralisieren – wir sind begeistert. Lisa’s zweite Runde bildet ein Minty Silk mit Tanqueray Gin, Minze, Zucker und Lemon Curd – der Drink ist erfrischend, dennoch sehr sanft im Geschmack und in Kombination mit Gin ganz nach ihrem Geschmack. Nachdem mir einer der Barkeeper etwas über Fruit Pairing erklärt hat, freue ich mich dies bei meinem zweiten Drink direkt zu testen. Ich bekomme eine Mischung aus Mango, Karotte, Limette, Tonka Bohne, Tequila Blanco, Karotte, weißer Schokolade und Zucker serviert. Ja, zugegeben, das hört sich erstmal alles sehr abenteuerlich an, jedoch sorgen die Zutaten gegenseitig füreinander. Mango und Karotte zum Beispiel, sind zwei Geschmäcker die nicht auf Anhieb harmonieren. Fügt man jedoch weiße Schokolade hinzu, so bildet diese eine Brücke und verbindet die Geschmäcker. Die Limette verleiht dem Drink die nötige Frische. Die Tonka Bohne die nötige Sanftheit. Alles in allem – die Zutaten bilden eine Symbiose. Wenn ihr also einmal in der Bar sein solltet, lasst euch nicht von wilden Kombinationen verunsichern, sondern vertraut den Jungs, sie wissen was sie tun.

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Ein harter Cut nach diesem Geschmackserlebnis, jedoch nicht weniger interessant, ist der zweite Shot des Abends der aus einem Glas würzigem Tomatensaft und aus einem Glas Mezcal besteht – ich kann nur sagen – ähnlich wie nach dem Pickleback fühle ich mich trotz des herzhaften Geschmacks erfrischt, meine Zunge schreit jedoch nach etwas Süßem. Unser letzter Drink des Abends beinhaltet daher einen mit Beeren und Vanille infusionierten Vodka. Wir lassen unseren Besuch mit diesem Drink und guten Gesprächen ausklingen. Eine doch sehr familiäre Atmosphäre erfüllt diese Bar. Zum Abschied heißt es „viel Glück für die Awards, man sieht sich dann in ein paar Tagen in Berlin“.

Fünf Tage später bekommt die Bar den Mixology Bar Award 2016 für die „Neue Bar des Jahres“ und wir sagen ZURECHT.

Schaut euch das Seven Swans & The Tiny Cup an, lasst euch von den Barkeepern überraschen und probiert euch ein wenig aus. Behaltet jedoch im Hinterkopf, dass in dem kleinen goldenen Tresor das Motto „First come, first served“ gilt – die Plätze sind begrenzt, so dass man sich hier in kleinem Kreis bestens um euch kümmern kann. (LS)

Öffnungszeiten:
Di – Sa 18:30 – 02:00 Uhr (Last Call)
So 20:00 – 01:00 (Last Call)

Mainkai 4, 60311 Frankfurt am Main
www.thetinycup.de

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Ein Kommentar zu „Seven Swans & The Tiny Cup – Neue Bar des Jahres 2016

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