Maxie Eisen – mehr als nur Pastrami

Dass es bei Maxie Eisen leckere Pastrami-Sandwiches gibt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Während viele über den exquisiten Geschmack der New-Yorker Delikatesse berichten, widmen wir uns der Maxie Eisen Bar. Sich im Nebenraum befindend, hat sich diese laut Selbstaussage „vergessenen Drinks“ verschieben – wir sind neugierig.

Doch zunächst ein paar Fakten zum Laden im Frankfurter Bahnhofsviertel: Der Namensgeber des Etablissements ist ein Gangster der US-amerikanischen „Kosher Nostra“ der 20er Jahre, welche sozusagen das jüdische Pendant zur Cosa Nostra ist. Hier reiht sich die Namensgebung, die einen Bezug zu Ganoven aufweisen, in bekannte Frankfurter Barnamen ein, wie z.B. das Jesse James und das Stanley Diamond (ebenfalls von den Maxie Eisen Machern). Das Fass, wer von allen zuerst da war und inwiefern Name gleich Programm ist, möchte ich an dieser Stelle nicht aufmachen. Nur so viel noch zum Maxie Eisen: Die Macher sind die Brüder James und David Ardinast, die es sich gemeinsam mit dem Berliner Oskar Melzer zur Aufgabe gemacht haben, das jüdisch-amerikanische Ostküsten Pastrami-Sandwich in Perfektion nach Deutschland zu bringen. Jüdisch ja, aber modern interpretiert und nicht koscher.

Nun sind wir aber zum Cocktail-Testen gekommen und begeben uns daher in die in der Weserstraße gelegene Bar. Die bordeauxfarbigen Wände der Nichtraucherbar sind in indirektes Licht getaucht. Der Raum wirkt durch die halbhoch bronzefarbene Verspiegelung warm und dennoch minimalistisch modern. Während das von Franzosen und Finnen designte Interieur relativ nüchtern im Raum steht, fällt der rote Bartresen doch sehr dominant ins Auge. Stilbewusst. Wir entscheiden uns gegen die Barhocker des Finnen und für die Cité-Sessel von Jean Prouvé, auch um möglichst weit weg von der Tür zu sitzen – denn es ist kalt draußen!

12647077_611789758973201_7153066110780702847_n

Die Karte bietet eine überschaubare Anzahl von interessanten Cocktails, die sich zum Teil an Klassikern orientieren oder ganz neue oder eben auch vergessene Geschmackserlebnisse mitbringen. Man findet nicht alle Tage Sojamilch, Parmesan, Süssen Senf oder Ernüsse auf der Cocktail-Karte. Apropos ausgefallen – trotz des Namensgebers findet sich wie auch beim Food kein koscherer Cocktail auf der Karte. So etwas gibt es unseres Wissens in ganz Deutschland nicht. Wir wären hin und weg gewesen.

In unserer ersten Runde entscheiden wir uns für einen „House of Lords“ mit Gin, Zitrone und Tee-Sirup sowie Orangen-Chutney. Ganz englisch schlicht kommt der Drink ohne große Dekoration in einem Whisky Tumbler daher – gelungen. Geschmacklich sehr ausgewogen bekommt die Gin-Tonic Variante durch die Orangen- und Tee-Noten einen spannenden Twist.

maxie2
Der zweite Cocktail soll alkoholfrei sein – auch hier finden sich drei Varianten auf der Karte. Der „Görken“ schmeckt dank frischer Gurke, hausgemachtem Limettensirup und Ginger Ale sehr frisch und ein wenig scharf zugleich. Ein Drink der durchaus mit seinen alkoholischen Artverwandten mithalten kann.

Es ist wie immer – die erste Runde ist viel zu schnell leer getrunken. Daher beschließen wir eine Zigaretten-Pause in der Kälte einzulegen und freuen uns schon auf die nächste Runde. Mittlerweile haben zu uns weitere Personen den Weg in die Bar gefunden – es füllt sich allmählich. Wieder im Warmen bestellen wir nochmals die Karte, die uns nach einiger Wartezeit gereicht wird. Wir haben Lust auf die nächsten Drinks, warten jedoch vergeblich auf jemand, der diese aufnimmt und sind ein wenig irritiert – werden Bestellungen nur noch an der Theke aufgenommen? Nachdem die weiteren Gäste in der Bar mir Getränken versorgt sind und wir nach einer halben Stunde leider immer noch auf dem Trockenen sitzen, beschließen wir zu gehen. Uns haben die Gastgeberqualitäten des Personals an diesem Abend nicht überzeugt. Der Einfachheit halber gehen wir zur Theke und bezahlen dort – immerhin diesem wird prompt entsprochen.

12495188_563366373815958_7174747610414117400_n
Wirklich schade, denn wir hatten uns eigentlich schon sehr auf unsere zweite Cocktailrunde mit der „Ananas“ und dem „Transatlantik“ mit Vanille und Salz gefreut… Beim nächsten Mal versuchen wir es dann wohl doch an der Bar, dabei sitzt es sich in den Cité-Sesseln doch so bequem…
(LH)

Münchenerstr. 18/ Ecke Weserstraße, 60329 Frankfurt

Öffnungszeiten (Bar):
Mo-Mi: 18.00-01.00 Uhr
Do-Sa: 18.00-02.00 Uhr

www.maxieeisen.com

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s