Bei mir – Zuhause in der Fremde

Wien: Fern ab der Heimat eine Heimat zu finden, ist nicht immer einfach, kann einem aber durch einen perfekt gemixten Cocktail zumindest geschmacklich gelingen.
Ich, die nun knapp zwei Monate fern von Frankfurt verbrachte, bin (darf man das eigentlich sagen?) in einer Gratis-„Zeitung“ über die Bar gestolpert und habe dann auch direkt beschlossen, da sie sich um die Ecke meiner momentanen Bleibe befindet, genau dieser Bar einen Besuch abzustatten.

In einem Wohngebiet gelegen, lädt die Bar den Passanten durch eine Leuchtschrift ein, sich wohlzufühlen und einzutreten. In Frankfurt heißt es etwa „Nur eine Bar ist zuhause“ oder „Good times for good people“, in Wien benennt man das kurz „bei mir“.

Schon der Name drückt die Herzlichkeit und Gastfreundschaft aus, die man im Inneren erleben und spüren darf. Bei mir, das bedeutet Wohnzimmeratmosphäre, Füße hochlegen, einen Cocktail bestellen, den zwei kreativen Barchefs zuschauen und genießen. Der Barraum der Nichtraucherbar ist mit Holzmöbeln und einer gemütlichen Sofaecke gemütlich eingerichtet. Die Theke umgibt ein industrieller Charme, passend dazu sind die zwei Barkeeper und Besitzer in Karohemden unterwegs.

Da es am Wochenende, wie auch in den Frankfurter Bars, sehr voll sein kann, empfiehlt es sich kurz zu reservieren, oder sich auf einen leckeren Cocktail im Stehen zu freuen. Neben klassischen Cocktails bietet die Bar eine Auswahl an teilweise sehr exotischen Eigenkreationen an. Aber auch klassische Drinks, die nicht auf der Karte stehen, werden mit einer angenehmen Selbstverständlichkeit zubereitet.

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Unsere erste Runde des Abends bestand aus einem klassischen Negroni aus dem Holzfass, der angenehm mild und geschmacklich ausgewogen auf einem mehrfach gefrosteten Eiswürfel serviert wurde. Der zweite verkostete Cocktail Golden Boy ist eine Abwandlung des klassischen Mules auf Ginbasis und überraschte durch Rosen- und Citrusaromen.

Je weiter der Abend voran schritt, desto voller wurde die Bar und desto mehr Action konnten wir hinter der Theke beobachten. Besonders neugierig wären wir auf die flambierten Marshmallows gewesen, die für einen in einer Müslischale servierten Cocktail bestimmt waren – aber auch der flambierte Speck für den nach der Adresse des bei mir benannten Cocktails Speckbacher 47 zog verführerisch duftend in unsere Nasen.

Wir entschieden uns dennoch für andere Cocktails in unserer zweiten Runde – mit dem Old Fashioned wieder für einen Klassiker. Dieser wurde sehr ungewöhnlich aber genial auf gefrorenen Kieselsteinen serviert, sodass ein Verwässern des Drinks gänzlich unmöglich war und der dadurch die gesamte Zeit eine perfektes Mischungsverhältnis beibehielt.

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Der zweite Cocktail dieser Runde nannte sich American Woman und las sich wie eine Vorspeisenkarte in einem Restaurant. Mit Bananen-Cheddar-Sirup, Schokolade und Erdnussbutter auf Bourbonbasis schmeckte er wie zu erwarten sehr cremig, aber nicht allzu süß. Eine gelungene Entdeckung!

Leider hatte ich keine Gelegenheit die Jungs nach dem Marshmellow-Cocktail zu fragen, da bei einer (und das ist tatsächlich ein Kritikpunkt) vollen Hütte mit insgesamt zwei Menschen vor und hinter der Bar der Service doch ein wenig leidet. Dennoch freue ich mich jetzt schon auf meinen nächsten Besuch und bin sehr gespannt, welche neuen Kreationen mich dann auf der Karte erwarten!
(LH)

Adresse:
Speckbachergasse 47
1160 Wien

Öffnungszeiten:

Di-Do 18.00-00.00 Uhr
Fr und Sa 19.00-02.00 Uhr
So und Mo geschlossen

www.beimir.at

Unterwegs

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